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Warum Tourismus immer nachhaltig sein sollte

19. März 2020

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Auch in der Touristik. Wenn man nach einer Urlaubsreise sucht, kommt man früher oder später auf das Thema.

Es ist keine Frage, dass sich unser Planet in einer ziemlich schwierigen Lage befindet. Globaler Klimawandel, gefährdete und ausgebeutete Tiere und Ungleichheit auf der ganzen Welt, um nur einige zu nennen: Deshalb ist Nachhaltigkeit gerade im Tourismus absolut wichtig!

 

Die Zukunft des Reisens ist nachhaltig

Nur weil der Begriff in der Reisebranche trendiger geworden ist, bedeutet dies nicht, dass hier echte Fortschritte erzielt werden. Oft schmücken sich Unternehmen nur mit dem Wort “Nachhaltig”. Doch setzen sie auch die Ideen in die Tat um? Und wenn nicht, wie können wir als Reiseliebhaber tatsächlich einen bedeutenden Unterschied machen, um sicherzustellen, dass zukünftige Generationen diese schöne Welt genauso genießen können wie wir heute? Ich bin der Meinung jeder sollte sich vor eine Reise diese Fragen stellen. Wir sollten unsere Reisegewohnheiten und ihre Auswirkungen auf den Planeten überdenken und ändern.

 

Warum nachhaltiger Tourismus wichtig ist

Obwohl Reisen keine negative Aktivität ist, hat der Tourismus enorme Auswirkungen auf die Erde. Pro Jahr finden 32 Millionen Flüge statt. Dabei werden 781 Millionen Tonnen CO2 produziert!

Im Urlaub neigen wir dazu, uns an den übermäßigen Ressourcenverbrauch zu gewöhnen. Müssen wir wirklich täglich ein neues Handtuch benutzen oder fast doppelt so viele Lebensmittel z.B. vom Buffet essen als zu Hause? Warum benötigen wir im Urlaub “All inclusive”, wenn wir es doch Zuhause auch nicht gewohnt sind? Wir lieben das Gefühl, es uns auf Reisen besonders gut gehen zu lassen. Leider bedeutet dies aber auch, dass wir weitaus mehr natürliche Ressourcen verbrauchen als normalerweise.

Da die meisten Menschen nur ein- oder zweimal im Jahr reisen, scheint es in Ordnung zu sein, sich verwöhnen zu lassen. Ein wesentliches Problem dabei ist, dass nicht nur wir alleine unterwegs sind. Insgesamt reisten laut Statista 2019 weltweit fast 1,5 Milliarden Menschen. Das sind 1,5 Milliarden Menschen, die mit Flugzeugen, Kreuzfahrten und anderen Arten von Reisen einen CO2-Fußabdruck hinterlassen.

 

Auswirkungen von Reisen auf die Menschen und Tiere vor Ort

Und es ist nicht nur die Umwelt, die wir stark beanspruchen. Reisen hat massive Auswirkungen auf fragile Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Die lokale Bevölkerung kann die Auswirkungen des „verantwortungslosen Tourismus“ wirklich spüren. Einheimische werden oft ausgebeutet und Touristen fotografieren sie als wären es Tiere im Zoo.

Du hast vermutlich schon von den schlimmen Folgen des Elefantenreitens gehört. Viele weitere Tierarten erleiden in ausbeuterischen Touristenattraktionen ein ähnliches Schicksal. Angesichts dieser negativen Auswirkungen des Reisens auf die Umwelt, die lokalen Gemeinschaften und die Tierpopulationen ist es oft ziemlich entmutigend.

Aber das Reisen hat zum Glück auch viele positive Auswirkungen. Es ermöglicht uns, mit Menschen aller Lebensbereiche in Kontakt zu treten, sie kennenzulernen und zu respektieren. Es gibt uns ein besseres Gefühl dafür, was in der Welt passiert, und verbindet uns, sodass wir zusammenarbeiten, um globale Probleme zu lösen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auch in Zukunft reisen. Reisen bildet.

Verantwortungsbewusstes Reisen sollte nicht für baumumarmende Hippie-Reisende oder Wissenschafts-Nerds reserviert sein, die sich für die Rettung der gefährdeten Hummelfledermaus einsetzen. Nein, jeder sollte verantwortungsbewusst reisen. Und es sollte definitiv nicht den Reichen vorbehalten sein, die es sich leisten können, immer Bio-Lebensmittel zu wählen und in Öko-Luxus-Resorts zu übernachten. Wenn Du eine nachhaltige Reise buchst, muss dies nicht zwangsläufig teurer sein.

 

Warum ist nachhaltiger Tourismus unsere Verantwortung?

Du magst vielleicht denken, warum muss gerade ich diese zusätzliche Belastung auf mich nehmen? Ich bin nur eine unbedeutende Person von 1,5 Milliarden Menschen, die reist. Das stimmt zwar, aber es ist umso mehr ein Grund, von uns zu verlangen, dass wir auf Reisen eine positive Wirkung haben. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, unsere Reisegewohnheiten zu variieren, um sicherzustellen, dass dieser Planet und jeder seiner Bewohner für unsere Kinder, Enkel und Urenkel da ist.

Verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Reisen muss alle Arten von Reisen und Budgets umfassen. Wir werden also weiter reisen, nicht nur für unsere zukünftigen Generationen, sondern auch für uns. Selbst zu unseren Lebzeiten werden wir möglicherweise keinen Zugang mehr zu besonders gefährdeten Orten haben, da diese geschützt werden müssen.

So hat beispielsweise das Great Barrier Reef in Australien durch Schnorchler und Taucher irreparable Schäden an empfindlichen Korallenkolonien erlitten. Diese fragilen Ziele könnten in naher Zukunft nicht zugänglich sein, auch nicht längerfristig für unsere Kinder. Auf Grund von immer mehr Reisenden, werden jetzt schon die Besucherzahlen von vielen schützenswerten Zielen begrenzt.

Ein weiteres Beispiel ist der Machu Picchu in Peru. Pro Jahr wird er von etwa 1,7 Millionen Touristen besucht. Das sind 2000 pro Tag! Schon seit vielen Jahren fordert die UNESCO eine deutliche Reduzierung der Besucherzahlen, sie droht sogar damit, dass Machu Picchu den Titel als Weltkultur- und Naturerbe verliert, wenn sich die Situation nicht bessert.

Vielerorts werden die Besucherzahlen begrenzt. Wer beispielsweise den Ngorongoro Krater in Tansania besuchen möchte oder Gorilla Tracking in Uganda machen möchte, muss tief in die Tasche greifen und bis 1500 Dollar bezahlen. Damit versucht man dem Massentourismus entgegen zu wirken.

 

Verantwortungsbewusster Tourismus und Reisen

Bevor Du Dich von den Frustrationen des Tourismus auf der ganzen Welt zu sehr entmutigen lässt, ist es wichtig zu bemerken, dass Du während dieses Kampfes nicht machtlos bist. In der Tat haben Reisende großen Einfluss auf die Orte, die sie besuchen. Bis 2030 wird die Zahl der Reisenden voraussichtlich auf 2 Milliarden steigen und es werden insgesamt 2 Milliarden Euro für die Tourismusbranche ausgegeben. Hast Du schon einmal den Satz “Mit Euro abstimmen” gehört? Nun, 2 Milliarden Euro gibt Dir eine ganze Menge Stimmrechte!

 

Wie man ein nachhaltiger Reisender ist

Als Verbraucher haben wir die Wahl, nachhaltiges Reisen zu unterstützen. Egal, ob Du nachhaltigere Transportmittel wie Mitfahrgelegenheiten oder verantwortungsbewusste Reiseveranstalter wählst, die die lokale Bevölkerung respektieren, anstatt sie auszunutzen. Wir haben Dir einige einfache Schritte, mit denen du deine nachhaltige Reise planen kannst, zusammengestellt:

 

Tipps für nachhaltigen Tourismus

  • Erkundige Dich, welche Reiseländer sich nachhaltig aufstellen. Schaue Dir die Gewinner der jährlichen World Responsible Tourism Awards an, um Ideen zu finden, wohin Dein nächster Urlaub hingehen soll.
  • Suche nach Öko-Hotels, die den Wasserverbrauch minimieren und die Umweltverschmutzung begrenzen.
  • Mache Deine Recherchen frühzeitig, um sicherzustellen, dass die Aktivitäten, die Du auswählst, umweltfreundlich sind und die lokale Bevölkerung respektieren. Es wird vielleicht enttäuschend sein, Deine Kindern sagen zu müssen, dass sie im Meerespark nicht mit Delfinen schwimmen können, aber es ist eine ideale Gelegenheit, ihnen die Bedeutung des tierfreundlichen Tourismus beizubringen.
  • Iss wann immer möglich lokales Essen. Es schmeckt sowieso immer besser!
  • Stelle Fragen! Wenn Du erfährst, dass eine Tour nicht nachhaltig ist, weise das Unternehmen darauf hin und entscheide dich bewusst für eine andere Tour. So kann ein Umdenken stattfinden.

 

Vorteile eines nachhaltigen Tourismus

Warum solltest Du dich für nachhaltigen Tourismus entscheiden?

Es mag mühsam erscheinen, zusätzliche Forschung zu betreiben und auf nicht nachhaltige Aktivitäten zu verzichten, aber verantwortungsbewusster Tourismus öffnet oft Türen zu neuen Zielen und Attraktionen, an die Du vorher nicht gedacht hattest.

Nachhaltiger Tourismus kann Spaß machen und es entstehen aufregende neue Reisemöglichkeiten, einschließlich kulturellem und ethischem Austausch. Am wichtigsten ist, dass Du Deine Reise mit dem guten Gefühl für die positiven Auswirkungen auf den Planeten machst und dass Du diese Ziele für zukünftige Reisende schützt.