Seite wählen

Reiseführer für den CO2-Ausgleich Deiner Flüge

Wie du Emissionsausgleich einfach durchführst

Flüge machen derzeit rund 2,5% der weltweiten CO2-Produktion aus

Auswirkungen des Fliegens auf die Umwelt

Da Flugzeuge hoch in die Atmosphäre fliegen, richten die Treibhausgase, die sie emittieren, mehr Schaden an als am Boden. Neue Technologien wie Biokraftstoffe oder Elektroflugzeuge sind in Vorbereitung, die die Umweltbelastung des Fliegens verringern könnten. Aber sie sind eine enorme Investition und benötigen jahrelange Sicherheitstests. Es ist also ein langsamer Prozess.

Bis dahin versuchen Fluggesellschaften, die Effizienz zu steigern, indem sie Gewicht reduzieren, mehr Passagiere befördern, Rückenwind nutzen und Entfernungen durch Verkehrskontrolle verringern.

Die weltweiten Regeln in Bezug auf die Begrenzung des Co2 Ausstoßes üben allmählich Druck auf die Fluggesellschaften aus. Deshalb arbeiten sie daran ihren Ausstoß zu verringern, aber die steigende Nachfrage nach Flügen übertrifft jegliche Reduzierung der Emissionen. Es gibt eine verrückte Statistik, dass nur 6% der Weltbevölkerung jemals geflogen sind, also gibt es ein enormes Wachstumspotenzial.

Man kann Flüge unterbrechen und den Zug nehmen, aber es gibt zahlreiche Orte, die wir gerne besuchen würden, an denen wir einfach keine andere Wahl haben, als zu fliegen.  Was können wir also tun? 

Wie funktioniert Emissionsausgleich?

Flugzeugtriebwerke produzieren Treibhausgase, Partikel und Wasserdampf, die in die Atmosphäre freigesetzt werden. Es ist diese Mischung, die sie so umweltschädlich macht, aber der Großteil des Ausstoßes ist CO2, es ist das meist verbreiteste Treibhausgas.

Durch die CO2-Kompensation wird das CO2, das beim Fliegen entsteht, nicht vermieden – es geht auch in die Atmosphäre. Bei der Kompensation wird das CO2 stattdessen an anderer Stelle reduziert, was dazu beitragen kann, den allgemeinen globalen Anstieg des CO2-Niveaus zu senken.

Zuerst wird berechnet, wie viel Tonnen CO2 bei jedem Flug produziert wird. Die entprechende Menge wird dann in ein Projekt investiert, das den CO2-Gehalt um einen entsprechenden Betrag reduziert.

 

Infografik - wie funktioniert CO2-Ausgleich

Quelle: Atmosfair

CO2-Ausgleichsprojekte

Es gibt zwei Arten von Projekten:

Die erste Möglichkeit sind Forstprojekte, die entweder verhindern, dass bestehende Bäume gefällt werden, oder neue Bäume pflanzen. Die Bäume wirken als „biologische Senke“, indem sie der Atmosphäre CO2 entziehen.

Die zweite Option sind Energieprojekte, die die Menge der eingesetzten fossilen Brennstoffe reduzieren, indem sie in energieeffiziente Produkte oder erneuerbare Technologien investieren. Oft haben diese Projekte auch für Entwicklungsländer soziale und nachhaltige Vorteile.

Auf der Seite unseres Partners Atmosfair findest du eine Übersicht mit aktuellen Projekten.

Kriterien für CO2-Ausgleichsprojekte

Klingt einfach, aber jedes CO2-Ausgleichsprojekt muss drei Kriterien erfüllen, um effektiv zu sein:

R

Zusätzliches Projekt

Das Projekt zum CO2-Ausgleich wäre nicht zustande gekommen, wenn es nicht durch das Geld aus den CO2-Ausgleichszahlungen finanziert worden wäre.

g

Keine Leckage

Wenn die Emissionen an einem Ort reduziert werden, dürfen sie  stattdessen nicht an anderer Stelle erhöht werden.

Dauerhaft

Es muss auch dauerhaft sein – damit es in Zukunft nicht mehr rückgängig gemacht wird (was für Forstprojekte oft eine Herausforderung darstellt, da sie sicherstellen müssen, dass Bäume auch in Zukunft niemals gefällt werden).

Wie wird der Emissionsausgleich berechnet?

Es werden verschiedene Rechenmethoden verwendet, um herauszufinden, welchen Anteil CO2 du auf einem Flug produzierst. Überprüft wird  in erster Linie, wie viele Kilometer du geflogen bist. Komplexere Systeme berücksichtigen auch die Reiseklassen, also ob du Economy Class oder Business Class fliegst, sowie die Art des Flugzeugs und die Art des Treibstoffverbrauchs, die Anzahl der Passagiere und damit den Prozentsatz und so weiter.

Wenn du jedoch sehr genau sein möchtest, müsstest du auch die Tageszeit und das Wetter berücksichtigen, die sich auf den Anteil des verwendeten Kraftstoffs auswirken. Jedes CO2-Ausgleichsprogramm berechnet die Kompensation anders – und einige sind umfassender als andere. 

Wie viel kostet der Emissionsausgleich?

Da die Rechenmodelle alle unterschiedlich funktionieren, variieren auch die Kosten.

Wir haben zwei der großen Anbieter getestet, indem wir die Flugverbindung München – New York und zurück in der Economy Class eingegeben haben. Beim Anbieter Atmosfair liegt der Kompensionsbeitrag bei € 75. Beim Anbieter myclimate liegt man bei nur € 55. Deshalb ist es wichtig sich den Anbieter genau anzusehen. Was macht dieser mit meinem Ausgleich? Finde ich die Projekte nützlich?

Hier ein Beispiel, was schon drei Flüge an CO2-Ausstoß bedeuten:

Ein kurzer europäischer Flug (Frankfurt nach Zürich) kostet etwa € 10, ein verlängerter Flug (Frankfurt nach Mallorca) € 14 und von Frankfurt in die Dominikanische Republik € 169. Damit werden ingesamt rund 8,5 Tonnen CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen!

Ebenso ist zu berücksichtigen, dass Zwischenstopps die Menge an emittiertem Kohlenstoff erhöht, da bei Start und Landung besonders viele Gase ausgestoßen werden.

Das Fliegen in der First oder Business Class führt zu einem höheren Aufkommen, da in diesen Klassen aufgrund der geringeren Passagierzahlen ist die Raumnutzung weniger effizient ist. Ein Flug von London nach Dubai würde € 52 in der Economy Class kosten, gegenüber 97 € in der Business und € 129 in der First. Gerade für Geschäftsreisende wäre ein CO2 Ausgleich wichtig, denn diese fliegen häufig Business oder First Class.  

CO2-Emission eines Fluges berechnen

Mit dem Rechner von Atmosfair kann du den CO2-Ausstoß Deines Fluges berechnen und auch direkt kompensieren. Dies kannst du auch für Flüge tun, welche du schon durchgeführt hast.

Atmosfair CO2-Rechner

 

Emissionsausgleich zusammen mit Deiner Fluggesellschaft

Am einfachsten ist es, direkt nach der Buchung auf der Seite der Fluggesellschaft zu kompensieren. Du zahlst einfach eine zusätzliche Gebühr zusätzlich zu den Flugkosten, die an ein CO2-Ausgleichsprogramm gespendet werden. Rund ein Drittel der Fluggesellschaften hat eine Art CO2-Ausgleichsprogramm, aber wie sie funktionieren, ist unterschiedlich.

Zu den Fluggesellschaften, die Goodies mit CO2-Ausgleichszahlungen leisten, gehört Qantas, dessen Future Planet-Programm behauptet, der wichtigste Fluglinienausgleich zu sein. Sie gleichen ihre eigenen Mitarbeiterreisen aus und bieten Passagieren, die Kompensationen kaufen, Vielfliegerpunkte an. Weitere überprüfte Programme sind Air Canada leaveless, KLM CO2ZERO und Austrian Airlines mit Climate Austria sowie die Lufthansa mit Compensaid.

Selbst Ryanair hat einen Umweltplan erstellt, mit welchem sie planen bis 2030 den CO2-Ausstoß auf 60g pro Passagierkilometer zu reduzieren.

Wenn Deine Fluggesellschaft über ein CO2-Ausgleichsschema verfügt, werfe doch vor dem Kauf des Tickets einen Blick auf die Website, um festzustellen, ob es sich lohnt oder ob du dein Geld lieber woanders ausgibst.

Zu berücksichtigen ist unter anderem, wie die Kompensation berechnet wird (ist sie nur auf Meilen basierend oder umfassender?), welche Art von Projekten sie finanzieren, wie viel Prozent des Geldes in der Verwaltung eingesetzt werden und ob sie durch ein verifiziertes System wie Gold zertifiziert sind oder Carbon Standard. 

Direkter Emissionsausgleich

Natürlich kannst du auch Flüge ausgleichen, die du bereits unternommen hast. Und wenn du dich für eine Art von Projekt – oder vielleicht für ein bestimmtes Projekt – entscheiden möchtest, das du finanzierst, ist es normalerweise am besten, direkt zu kompensieren. Gold Standard ist eine der am meisten empfohlenen Stellen und daher der Name, den ich immer wieder sah.

Gold Standard ist eine gemeinnützige Organisation, die von einer Gruppe von Umweltverbänden und NGOs einschließlich des WWF gegründet wurde. Ihre Projekte sind in Entwicklungsländern angesiedelt und verbinden die Reduzierung von CO2 mit nachhaltiger Entwicklung.

Unser derzeitiger Partner (Gold Standard) ist Atmosfair in Deutschland, die einen sehr guten Rechner haben, der die Effizienz der Fluggesellschaft bewertet und andere Treibhausgase auch als CO2 einbezieht. Ein weiterer sehr guter Anbieter ist außerdem My Climate. 

Macht der CO2-Ausgleich wirklich einen Unterschied?

Eine äquivalente Menge CO2 wird auf dem Flug freigesetzt, unabhängig davon, ob du mitfliegst oder nicht. Und es wurde argumentiert, dass das Ausgleichen einfach bedeutet, dass sich Menschen weniger schuldig fühlen, ohne ihr Verhalten ändern zu müssen. Aber wenn du fliegen musst (oder willst), dann ist kompensieren immer noch besser als nichts zu tun.

Die Umweltgruppe Ethical Consumer empfiehlt, ein spezielles Projekt auszuwählen, anstatt das Unternehmen auswählen zu lassen, was mit deiner Kompensation geschehen soll. Somit siehst du genau, wohin Dein Geld fließt.

Energieeffizienzprojekte sind eine weitaus bessere Option als nur das Pflanzen von Bäumen, da sie den Verbrauch fossiler Brennstoffe direkt reduzieren. Wenn du dich für ein ausgewähltes Projekt entscheidest, zahlst du normalerweise mehr, aber der Nutzen ist auch weitaus größer. 

Was kann ich noch tun, um meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern?

Natürlich ist es am einfachsten, überhaupt nicht zu fliegen! Das ist in den meisten Fällen keine Option. Denn schließlich willst du ja Urlaub machen! Dennoch gibt es ein paar Verhaltenstipps:

  • Reduziere Kurzstreckenflüge: Kurzstreckenflüge unter 500 km sind die schlimmsten Umweltverschmutzer, da das Auf- und Absteigen tonnenweise Energie erfordert. Nehme stattdessen den Zug oder Bus! Dadurch wird die Menge an Kohlenstoff, die du produzierst, massiv reduziert. Bei einer Reise von München nach Frankfurt fallen ca. 110 kg CO2 im Flugzeug gegenüber ca. 6 kg im Zug an.

 

  • Start und Landung sind der Zeitpunkt, an dem die meisten Emissionen erzeugt werden. Daher ist es besser, direkt zu fliegen, anstatt einen Zwischenstopp einzulegen, da du nur einmal startest und landest. Fliege Economy statt Business oder First Class.

 

  • Wähle eine effizientere Fluggesellschaft: Die Fluggesellschaft, mit der du fliegst, hat einen enormen Einfluss auf Deine Emissionen. Fluggesellschaften mit geringerer Auswirkung verfügen normalerweise über modernere, sparsamere Flugzeuge und befördern mehr Passagiere. Atmosfair hat einige hilfreiche Rankings, die Dir bei der Auswahl helfen. Fluggesellschaften wie TUIfly, Thomas Cook, Condor, KLM und Air New Zealand gehören zu den besten. Sehr schlecht schneiden beispielsweise Qatar Airways oder auch Emirates ab.

 

  • Man denkt oft, dass das Fliegen viel schneller ist, aber wenn du die Zeit zum Flughafen und das Warten dort hinzurechnest, macht es oft keinen großen Unterschied. Gerade bei der Strecke München – Frankfurt bist du mit dem Zug schneller. Die Bahnverbindungen gerade Innerdeutsch sind mittlerweile sehr gut. Seit kurzem benötigt man für die Strecke von Berlin nach München gerade einmal etwas mehr als 4 Stunden! 80% der Flüge von Deutschland nach Europa führen zu Zielen, die du täglich mit dem Zug erreichen kannst.

 

  • Übe etwas Druck aus: Der Druck der Verbraucher ist so wichtig, um Unternehmen dazu zu bringen, umweltbewusster zu handeln. Je mehr Menschen nach den Emissionen von Fluggesellschaften fragen – ob es sich um ihre CO2-Ausgleichsrichtlinien handelt oder in welche Technologie sie investieren – desto mehr Fluggesellschaften werden diese Thematik ernst nehmen. Inbesondere wenn du Ihnen klar machst, dass du Dein nächstes Flugticket bei einer emissionsarmen Fluglinie buchst.