Seite wählen

22 Möglichkeiten, nachhaltiger zu reisen

18. Februar 2020

Als Touristen sollte es selbstverständlich sein, nicht nur die Sonnenseiten des Reisen zu genießen, sondern auch die Verantwortung für die Auswirkungen unserer Reisen zu übernehmen.

Es gibt keine magische Lösung, um alle Probleme sofort zu lösen. Aber wir sollten zusammen auf ein besseres und nachhaltigeres Reisen hinarbeiten.

Hier sind einige Tipps und Möglichkeiten, mit denen wir nachhaltiger reisen können:

 

Transport

 

1. Wähle Dein Transportmittel mit Bedacht

Je nachdem, wohin du willst, hast du die Wahl, zu fliegen, zu fahren oder einen Zug oder Bus zu nehmen. Wäge deine Optionen ab. Wenn du mit einer Gruppe reist, ist es sinnvoll, das Auto zu teilen. Wenn du alleine reist, ist es umweltfreundlicher, den Bus zu nehmen oder – natürlich am besten – den Zug. Das Flugzeug solltest du nur nehmen, wenn es für die gewünschte Strecke keine andere Möglichkeit gibt oder die Reisedauer schlichtweg zu lang wäre.

2. Wähle Direktflüge

Nimm immer den kürzesten Flugweg zu deinem Ziel. Start und Landung verursachen den größten Teil der CO2-Emissionen eines Fluges. Daher ist es am besten, einen Non-Stop Flug zu wählen, auch wenn das vielleicht nicht immer die günstigste Möglichkeit ist.

3. Fliege in der Economy Class

Wenn du in der Business oder First Class fliegst, brauchst du mehr Platz pro Passagier. Dies führt zu einem 5-mal größeren CO2-Fußabdruck. Fliege deshalb besser Economy Class. Das ist besser für dein Budget und für die Umwelt.

4. Reise langsam

Es ist besser etwas weniger häufig zu fliegen, dafür länger zu bleiben. Müssen es immer 3-4 Urlaube pro Jahr sein? Macht es Sinn für 4 Tage nach New York zu fliegen oder mehrmals im Sommer nach Mallorca? Ein langsamer Reisender zu sein hat viele Vorteile und hilft, nachhaltiger zu reisen. Je weniger private Fahrten, Busreisen und Flüge wir unternehmen desto besser. Lerne ein Gebiet oder ein Reiseland, eine Stadt besser kennen und genieße sie, anstatt alle 36 Stunden von Stadt zu Stadt zu fahren. Das kostet nur mehr Geld und belastet die Umwelt. Die Chinesen machen Europa in einer Woche. Wenn man sich das mal überlegt, ist das schon verrückt. Ich war viel in Europa unterwegs über Jahre, trotzdem kenne ich es nicht. Weniger ist oft mehr. Lieber ein Land oder eine Stadt gut kennen, als nur Momentaufnahmen zu bekommen. Reisen soll doch kein Stress sein.

 

Unterkunft

 

5. Übernachte in nachhaltig zertifizierten Unterkünften

Wähle Unterkünfte, die nachhaltig zertifiziert sind. Es gibt eine große Anzahl von Zertifizierungen. Da ist es schwer die richtige Wahl zu treffen. Schau Dir hier eine Übersicht aller relevanten Nachhaltigkeitslabels an.

Wir bieten über unsere Plattform nur ökologisch zertifizierte Hotels an. Alle dieser Hotels sind geprüft und engagieren sich nachhaltig. Dazu gehören Solarenergie, energieeffiziente Beleuchtung und Recycling. Die Mitarbeiter sind zum größten Teil vor Ort beschäftigt, die Unternehmen beziehen Sie Ihre Lebensmittel vor Ort und verwenden Baumaterialien und Hoteleinrichtungen aus der Region.

Ein tolles Reiseland das schon sehr lange auf Öko-Lodges setzt ist Costa Rica. Als ich in Costa Rica reiste, übernachteten wir in einer Reihe von Öko-Lodges, die auf nachhaltige Weise gebaut und betrieben wurden. Ein tolles Land und ein Vorreiter in Sachen Öko-Lodges! Auf dem Reiseblog unseres Partners erfährst Du mehr über diese tolle Land.

6. Vermeide “All-Inclusive”-Anlagen

All-inclusive-Pauschalreisen bedeuten, dass du deine Unterkunft, dein Essen und deine Aktivitäten im Voraus bezahlst. Dadurch haben die Gäste wenig Anreiz, sich außerhalb der Hotelanlage aufzuhalten, in lokale Restaurants zu gehen, sich durch lokale Reiseleiter durchs Land führen zu lassen oder an kulturellen Aktivitäten teilnehmen. Resorts, die All-Inclusive anbieten, befinden sich in der Regel in ausländischem Besitz. Dies bedeutet, dass das Geld der Touristen nicht bei der lokalen Wirtschaft häufig ankommt. Daher ist “All-Inclusive” meist nicht nachhaltig.

7.Genieße die Natur und mache Camping

Wenn du eine nachhaltige Unterkunft suchst und die Natur liebst, ist Camping eine großartige Unterkunftsmöglichkeit. Du musst ja nicht jedes Mal zum Camping. Aber anstatt eines Zweiturlaubs mit dem Flugzeug ist Camping eine gute Wahl.

8. Spare Wasser

Ein sehr wichtiger Punkt. Orte wie Israel oder Kapstadt sind nur Beispiele an Wasserknappheit. Wenn Sie dort hinfahren, lernen Sie einiges über das Wassersparen. In Kapstadt kommt es immer wieder vor, dass das Trinkwasser knapp wird. Es wird rationiert. Auch für Hotels und damit für Touristen. Dort wird dann jedem Reisenden mitgeteilt, dass er das Duschen auf 90 Sekunden verkürzen soll. Wir können es uns in Deutschland noch nicht vorstellen, aber das Trinkwasser in vielen Teilen der Erde wird knapp. Bitte spare daher so gut es geht Wasser ein. Vor allem beim Duschen und Zähneputzen. Prüfe auch wie groß die Poolanlagen etc. in deiner Unterkunft sind. Wird da wirklich Wasser gespart?

9. Bettwäsche und Handtuchwechsel so selten wie möglich wechseln lassen

Wenn du länger in einem Hotel bleibst, ist es wahrscheinlich, dass deine Duschtücher nach ein paar Tagen ersetzt werden. Auch die Bettwäsche wird womöglich täglich gewechselt. Prüfe das und frage ggf. das Putzpersonal. Das schützt das Wasser und ist eine der einfachsten Möglichkeiten, weniger Wasser zu verschwenden und weniger Strom für Trockner zu verbrauchen.

10. Schalte immer alle Stromabnehmer, aber vor allem die Klimaanlage aus, wenn du das Zimmer verlässt

Prüfe ob alle Lichter und vor allem die Klimaanlage aus sind, wenn du das Zimmer verlässt. Leider ist es noch nicht in allen Hotels so, dass das automatisch geht. Sollte es tatsächlich so sein, weise das Hotel darauf hin, dass dies nicht mehr zeitgemäß ist.

 

Nachhaltige Touren, Aktivitäten & Voluntourismus

 

11. Wähle nachhaltige Reiseveranstalter mit grünen Akkreditierungen

Wir arbeiten bevorzugt mit nachhaltigen Reiseveranstaltern zusammen. Viele davon kompensieren deinen Co2 Ausstoß. Viele engagieren sich für soziale Projekte. Die Veranstalter vom Forum Anders Reisen sind ein Beispiel dafür. Du kannst sie über uns buchen. Aber es gibt auch große Reiseanbieter wie DER Touristik, die sich für soziale Projekte engagieren.

12. Vorsicht vor “Greenwashing”

Greenwashing bedeutet, wenn ein Unternehmen sich als umweltfreundlich darstellt, es aber in Wirklichkeit nicht ist. Es ist nur dazu da um sein Image aufzupolieren. Wie findest du heraus, ob es sich um ein Unternehmen handelt, das Greenwashing betreibt?

Beim Reiseland kannst du untersuchen, ob das Land über einen Zertifizierungsprozess verfügt. Beispielsweise verfügt Costa Rica über ein System, mit dem nachhaltige Unternehmen eine Bewertung von 1 bis 5 Blättern erhalten. Kolumbien entwickelt sich außerdem zu einem Land, in dem die Regierung bei der Zertifizierung nachhaltiger Reiseveranstalter hilft. Es gibt auch unabhängige Organisationen, die diesen Prozess unterstützen, beispielsweise ist der weltweite Rat für nachhaltigen Tourismus möglicherweise führend bei der Bereitstellung eines weltweiten Standards für nachhaltigen Tourismus.

13. Mache nur verantwortungsvolle Wildtierbeobachtungen

Vermeide Unternehmen, die Begegnungen mit Tieren aus nächster Nähe versprechen, da diese auch unethisch sein können. In der Regel erhältst du einen Überblick darüber, ob eine tiertouristische Aktivität auch die Interaktion mit den Tieren unethisch unterstützen kann, insbesondere wenn die Tiere nicht an menschlichen Kontakt gewöhnt sind. Wenn du die Tiere berühren, kuscheln oder reiten darfst, ist dies oft ein schlechtes Zeichen.

Wähle Touren, die der Tierwelt nicht schaden und stelle sicher, dass du dich in einer bestimmten Entfernung von den Tieren befindest. Wenn du eine Safari in Afrika machen möchtest, sind wir dein Ansprechpartner. Wir arbeiten mit Organisationen zusammen die sehr darauf achten, nicht zu sehr in die Gebiete der Tiere einzudringen.

14. Schnorcheln und Tauchen ja, aber verantwortungsbewusst

Achte beim Schnorcheln oder Tauchen auf die Korallen, da dies das empfindliche Ökosystem schädigt. Mehr als 25% der Korallenriffe weltweit sind inzwischen irreparabel beschädigt. Wenn wir unsere schönen Riffe erhalten wollen, müssen wir verantwortungsbewusst schnorcheln und tauchen. Wenn Du schnorchelst oder tauchst, dann am besten in kleinen Gruppen. Versuche nicht, Fische oder Tiere zu berühren oder zu füttern. Nimm ein rifffreundliches Sonnenschutzmittel. Viele Sonnenschutzmittel im Supermarktregal enthalten Titanoxid. Dieses Mineral wird nicht biologisch abgebaut und reagiert in warmem Meerwasser zu Peroxid, das häufig für Meereslebewesen schädlich ist.

15. Freiwilligenarbeit bei NGOs und Teilnahme an kommunalen Tourismusprojekten

Nutze die Gelegenheit, dich an Projekten mit NGOs und kommunalen Tourismusorganisationen zu beteiligen. Dies können auch Freiwilligenangebote oder eine Gelegenheit sein, sich über das lokale Leben und die Praktiken zu informieren. Informiere dich über Freiwilligenangebote und die dahinter stehenden Organisatoren, um sicherzustellen, dass Zeit und Geld einen positiven Beitrag  leisten.

 

Verpflegung und Restaurantbesuche

 

16. Speise in lokalen Restaurants und Cafés

Wie auch bei der Unterkunft solltest du dein Geld in Restaurants und Cafés ausgeben, die von Einheimischen geführt werden. Nach unserer Erfahrung ist dies oft ein ausgezeichnetes Dankeschön an Einheimische, in dem du Ihr traditionelles Essen probierst. Ganz zu schweigen davon, dass Hausmannskost das Beste ist. Vermeide internationale Lebensmittelketten wie McDonald’s, bei denen dein Geld nicht in die lokale Wirtschaft gelangt.

Esse lokale Küche, die aus Zutaten aus der Region besteht. Und wenn es biologisch ist und von Kleinbauern stammt, noch besser!

Habe keine Angst davor, lokales Straßenessen zu essen. Straßenverkäufer sind oft Einheimische, die ihre eigenen hausgemachten Gerichte zubereiten. Wir haben einige unserer Lieblingsgerichte im Ausland aus Straßenkarren gegessen.

17. Kaufe lokal angebaute Lebensmittel am besten auf lokalen Märkten ein

Esse lokal angebaute Lebensmittel von lokalen Produzenten. Vermeide importierte Lebensmittel und internationale Lebensmittelketten, in denen Lebensmittel aus der Ferne transportiert werden mussten, was zu Kohlenstoffemissionen führt. Am besten kaufst du lokales Obst, Gemüse und andere Produkte auf lokalen Bauernmärkten. Das macht Spaß, schmeckt wunderbar und man entdeckt so manches Neues. Einfach ausprobieren!

18. Souvenirs und Geschenke nur von lokalen Märkten kaufen

Kaufe lokal hergestellte Geschenke, die du als Souvenirs nach Hause nehmen möchtest. Vermeide importierte Souvenirs, die eingeflogen oder versandt werden und somit einen größeren CO2-Fußabdruck haben. Es ist besser, Souvenirs für zu Hause zu verlangen, die nur in dem Land erhältlich sind, in dem du bist, als etwas aus einer anderen Fabrik aus China oder sonst woher.

19. Möglichst kein Kunststoff

Wir wissen es, unsere Meere und unsere Natur ist voll damit: Plastik!

Vermeide Plastik auf Reisen. Benutze so gut es geht Mehrwegartikel. Wenn du Plastikflaschen angeboten bekommst, frage nach, ob es nicht auch andere Materialien gibt, um ein Umdenken zu ermöglichen. Nimm auf keinen Fall eine Plastiktüte. Am besten du packst dir einen wiederverwendbaren Beutel ein, den du dann immer benutzen kannst.

 

Clever packen

 

19. Packe dein Gepäck möglichst leicht

Reise leicht, dein Gepäck trägt zu den CO2-Emissionen bei. Der Treibstoffverbrauch eines Flugzeugs ist höher, wenn die Last, die es trägt, schwerer ist.

20. Packe umweltfreundliche Dinge ein

Wenn Du eine wiederverwendbare Flasche, einen wiederverwendbaren Beutel und eine Brotdose verpackst, kannst Du auf Reisen Plastikmüll sparen. Wähle Toilettenartikel wie Shampoo-Riegel, einen natürlichen Deo-Block und eine Mondschale, die anstelle von Plastik in Papierverpackungen erhältlich sind und länger halten.

 

Weitere Ideen

 

21. Frage nach mehr nachhaltigen Reisen!

Die Verantwortung für die Suche nach einem nachhaltigeren Tourismusmodell liegt nicht nur beim Reisenden, sondern auch bei den Fluggesellschaften, Gastländern, Kommunalverwaltungen und Geschäftsinhabern. Viele von ihnen erkennen, dass sie mehr auf Initiativen für nachhaltigen Tourismus setzen müssen, sind jedoch besorgt darüber, die etablierte Ordnung zu stören, indem sie Beschränkungen oder Steuern vor Ort einführen, um die negativen Auswirkungen des Massentourismus zu mildern. Spreche mit Ihnen und lasse die Unternehmen wissen, dass es richtig ist, auf nachhaltiges Reisen zu setzen und ihre Nachhaltigkeitsinitiativen und -ziele einzuhalten.

22. Teile deine nachhaltigen Reiseerlebnisse

Teilen deine verantwortungsvollen Reiseerfahrungen mit Freunden, Familie, Menschen, die du triffst, in sozialen Medien und gerne auf unserer Instagram und Facebook-Seite! Je mehr wir die Art und Weise erwähnen, wie wir reisen, desto mehr bekräftigen wir, wie wichtig es ist, grün zu reisen.